Hochstuhl in der Küche? Lieber ein Lernturm!

Die Küche ist wohl der spannendste Ort in der ganzen Wohnung. Hier wird gekocht, gebacken, geschnitten, gewaschen und mit lauten Küchengeräten hantiert. Für neugierige Kinder ist es ein Paradies an Attraktionen. Doch das ganze Abenteuer findet nicht auf Augenhöhe der Kinder statt. Viele Eltern behelfen sich daher mit Hochstühlen oder Tritthockern um den Kindern einen Zugang zur Arbeitsplatte zu gewähren und sie teilhaben zu lassen. Wieso ich jedoch gerade einen Hochstuhl in der Küche nicht gut finde und lieber zum Lernturm greife, erfährst du in diesem Artikel.


Hochstuhl in der Küche?

Tripp Trapp Hochstuhl in der Küche
WERBUNG – Tripp Trapp Hochstuhl

Ich habe mich bei der Recherche zu der Webseite über Lerntürme mit dem Thema – Hochstuhl in der Küche – ausgiebig befasst. In einigen Blogs und Elternforen bin ich dabei auf die Meinung gestoßen, dass ein Lernturm ein unnötiges Möbelstück ist. Viele nehmen den Hochstuhl* aus dem Esszimmer um ihren Kindern den Zugang zur Arbeitsplatte in der Küche zu ermöglichen. Ich empfinde jedoch einen Hochstuhl in der Küche als Ersatz für einen Lernturm ziemlich riskant.

Jedes Möbelstück erfüllt seinen Zweck und sollte auch für seine Bestimmung genutzt werden. Ein Hochstuhl* ist ein Sitzmöbel für Kinder, damit sie bequem am Esstisch mit den Eltern essen können. Der Hochstuhl ist jedoch nicht zum stehen oder zum Knien geeignet. Er ist zu allen Seiten ungesichert und hat eine glatte und schmale Sitzfläche (z.B. Tripp Trapp* 24,5 cm).

Das geht sicherlich für etwas ältere Kinder (ab 6 Jahren) gut, da sie sowieso die abenteuerlichsten Klettereien unternehmen und ein ausgeprägtes Körpergefühl entwickelt haben. Für Kleinkinder stellt der Hochstuhl in der Küche ein Sicherheitsrisiko dar. Sie sind in ihren Tritten und im Stand noch sehr unsicher und vor allem hektisch und zappelig. Ein Fehltritt ins Leere ist schnell passiert und der Kleine Küchenhelfer liegt am Boden. Das kann auch passieren wenn ein Elternteil direkt daneben steht und aufpasst.


Stürzen als Teil des Lernprozesses von Kindern?

Kinder lernen indem sie Erfahrungen machen, Sachen ausprobieren oder sehen. Es ist beispielsweise sinnvoll von Anfang an normales Geschirr zu benutzen und Kindern den Umgang damit beizubringen. Wenn es auf den Boden fällt und zerbricht, kann ein Kind aus dieser Erfahrung lernen und den Umgang mit dem Geschirr anpassen. In diesem Artikel gehe ich auf das Thema Kindergeschirr nochmals genauer ein.

Einige Eltern argumentieren daher, dass es nicht schlimm ist wenn ein Kind mal irgendwo herunterfällt, damit es die Folgen eines Sturzes erfährt. Beim nächsten mal wird es vorsichtiger sein. In der Theorie kann ich diese Idee vollkommen nachvollziehen, jedoch sollte man sich bewusst werden, dass ein Kind in seinem jungen Leben häufig stürzen wird und sich öfters mal weh tun wird. Es wird sowieso genug Sturzerfahrungen sammeln können.

Die Aufgaben in der Küche sind jedoch unheimlich interessant und erfordern ein hohes Maß an Konzentration – von Kindern als auch von Eltern. Wenn mein Sohn das erste Mal mit einem scharfen Messer die Gurke schneidet liegt der Fokus voll und ganz auf der Aktion – ein beiläufiger Fehltritt auf einem Hochstuhl* darf hier absolut nicht passieren! Dieser endet nämlich zwangsläufig mit einem Sturz. Im besten Fall lässt euer Kind in dem Moment das Messer los und stürzt nicht damit ab.


Die Alternativen zum Hochstuhl

Ikea Tritthocker
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Es gibt grundsätzlich gute Alternativen zum Hochstuhl in der Küche. Eine davon hat definitiv jeder bei sich zuhause – einen Stuhl. Ein simpler Stuhl mit Lehne aus Holz ist eine gute Alternative zum Hochstuhl*. Die Sitzfläche ist deutlich breiter und die Lehne bietet zumindest in eine Richtung einen Fallschutz (z. B. zur Rückseite). Zudem ist die Sitzfläche oft nicht so glatt wie bei Hochstühlen, die man leichter reinigen muss. Da Kinder öfters mal rutschige Socken tragen ist es wichtig, dass die Standfläche rauer ist um ein Ausrutschen zu verhindern.

Eine weitere Alternative, die wahrscheinlich auch viele daheim haben sind Tritthocker*. Diese gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen. Sie bieten zwar ebenfalls absolut keinen Fallschutz, jedoch haben sie eine größere und rutschfeste Standfläche. Tritthocker eignen sich gerade für etwas ältere Kinder (ab 6 Jahren) ganz gut, da sie grundsätzlich nicht so hoch sind. Für jüngere Kinder wird die Höhe nicht genügen um gemütlich an der Arbeitsplatte in der Küche zu arbeiten. Leichte Tritthocker* aus Plastik sind für Kinder zudem ein toller Weg zur Selbstständigkeit. Unser Sohn trägt die Steighilfe dorthin wo er sie benötigt um an irgendetwas wichtiges heranzukommen.


Lieber ein Lernturm!

Wer jedoch seine Kinder in der Küche auf Augenhöhe haben möchte um sie bestmöglich an den Küchenarbeiten teilhaben zu lassen und großen Wert auf Sicherheit legt, kommt an einen Lernturm für Kinder nicht vorbei. Lerntürme sind genau für diesen Zweck erdacht. Sei es als DIY Ikea Hack oder als gekauftes Modell, sie bieten als einziges Möbel den nötigen Fallschutz.

Kinder können sich bequem und sicher auf die Küchenaktivitäten konzentrieren. Ein Fehltritt wird nicht gleich mit einem Sturz bestraft, sodass sich Eltern viel mehr auf ihre Kinder und ihre Aktivitäten konzentrieren können. Ein Lernturm bietet dennoch genügend Bewegungsspielraum, da auf der Standfläche genug Platz ist. Außerdem kann man die meisten Lerntürme auch in der Höhe anpassen. Kinder können bereits ab dem Kleinkindalter voll beim Küchenabenteuer dabei sein. Es ist dabei unwichtig ob ein Kleinkind bei der Küchenarbeit mithilft oder nicht. Entscheidend ist eure Kinder in den Küchenalltag sicher zu integrieren, damit sie das Geschehen beobachten können und daraus lernen.