Wie sieht das richtige Kindergeschirr aus?

Wie ist es bei euch mit dem Kindergeschirr? Wir haben uns zu dem Thema eigentlich nie bewusst Gedanken gemacht, jedoch kann man auch mit dem richtigen Kindergeschirr die Entwicklung des Kindes fördern. Was uns hierbei wichtig ist und welche Erfahrungen wir im Nachhinein zu Hause gemacht haben, erzähle ich euch hier.


Kindergeschirr Porzellan, Glas, Plastik oder Bambus?

Das Material spielt bei Kindergeschirr schon eine wichtige Rolle. Es gibt hauptsächlich Geschirr aus Porzellan, Glas, Plastik und Bambus für Kinder. Anfangs als unser kleiner Sohn begonnen hat sich mit Geschirr zu beschäftigen, sind wir natürlich schnell in einen Kinderladen gerannt um das passende Kindergeschirr für unseren Zwerg zu finden. Wir haben tatsächlich ein Kindergeschirr Set aus Bambus gekauft und Plastikbesteck für Kinder. Wir sind gar nicht auf die Idee gekommen einfach unser Geschirr mit Ihm zu teilen – wieso eigentlich?

Kindergeschirr aus Bambus
WERBUNG – Unser Bambusgeschirr von Nordic Crew. Die Gabel taugt jedoch nicht viel.

Das Bambusgeschirr Set* hält tatsächlich bis heute das was es verspricht. Es ist auffällig robust, leicht und ökologisch korrekt. Zudem ist es frei von irgendwelchen Schadstoffen und ist durch den hohen Rand auch noch praktisch. Man kann es in die Spülmaschine stecken und es eignet sich für kalte und warme Speisen. Wir haben uns für ein ruhiges Design in schlichten, gedeckten Farben und Tiermotiven entschieden. Wenn man mich fragen würde, könnte ich es bedenkenlos weiterempfehlen. Wir nutzen es auch sehr gerne und es hat seinen Platz in unserer Küche gefunden.

Mittlerweile dominiert bei uns zu Hause unser alltägliches farbiges Porzellangeschirr und die normalen Gläser und Tassen. Unser Sohn mag die Farbe Lila und hat sich aus unserem Küchenschrank seine Teller und Tassen ausgesucht. Gegenüber Kindergeschirr aus Bambus kann Porzellan oder Glas natürlich zerbrechen und kaputt gehen. Außerdem ist es deutlich schwerer und in den Dimensionen nicht zwingend für Kinder gemacht. Doch diese Zerbrechlichkeit ist für Kinder pädagogisch wertvoll – das sagt zumindest die Montessori-Pädagogik. Sie lernen mit dem Geschirr umzugehen, es nicht umzustoßen oder kaputt zu machen. Sie trainieren damit auch ihre Bewegungen zu kontrollieren, Koordination und letztendlich das richtige benehmen am Tisch. Das kann Bambusgeschirr nicht leisten, da es einfach nicht zerbricht.

Plastikgeschirr nutzen wir mittlerweile gar nicht mehr. Wir konnten dem Konzept absolut nichts abgewöhnen. Es ist preislich billig und sieht auch entsprechend wertlos aus. Zudem muss man darauf achten ob das Geschirr mit Schadstoffen belastet ist. Das gilt übrigens auch für das neuerdings beliebte Kindergeschirr aus Melamin. Hierzu habe ich einen spannenden Artikel bei utopia gefunden, den ich euch ans Herz legen kann.


Was uns beim Kindergeschirr wichtig ist

Was uns beim Kindergeschirr wichtig ist? Es sollte kindgerecht und funktionell sein. Dabei spielt die richtige, kindgerechte Größe für uns eine Rolle. Wir haben daheim kleine Gläser mit ausgeprägten Rand, diese sind super für Kinder, da sie die Gläser selbstständig auch mit einer Hand fassen können. Zudem hat unser Sohn aus eigenem Antrieb heraus so gelernt sich mit der Wasserkaraffe selbstständig nachzuschenken. Beim Besteck haben wir darauf geachtet, das die Löffel wirklich etwas kleiner sind und die Gabel nicht zu lange Zacken hat. Unser Zwerg nutzt sowieso oft die Kuchengabel, da sie in der Größe perfekt für ihn ist.

Ich finde es hilfreich wenn die Teller einen etwas erhöhten Rand haben, damit das Essen nicht ständig vom Teller fällt. Der Frust ist da immer sehr groß und die kleine Hilfestellung bewirkt in den jüngsten Jahren Wunder. Wir servieren unserem Kind das Essen gerne auch mal in Schüsseln – Nudel- oder Kartoffelspeisen funktionieren in einer Schüssel deutlich besser.

WMF Kinderbesteck aus Edelstahl
WERBUNG – Unser Kinderbesteck von WMF, in Kindergröße jedoch funktionell.

Ein ganz wichtiges Thema bei uns – Besteck muss funktionell sein und nicht unnötig entschärft. Was für Heulattacken wir schon erlebt hatten, weil das blöde Kindermesser einfach nichts schneidet! Natürlich sollte der Umgang mit Gabel und Messer unter elterlicher Aufsicht stattfinden. Jedoch darf die Gabel ruhig Zacken haben, die etwas aufspießen können und das Messer darf ruhig die Bratwurst durchschneiden. Es klingt blöd, ist jedoch ein weiterer wichtiger Schritt zur Förderung der kindlichen Entwicklung. Wir haben ein super Kinderset von der Oma erhalten und uns selbst ein weiteres von WMF* zugelegt – teuer aber super Qualität.

Schlussendlich ist es uns wichtig das unser Sohn am Tisch keine Sonderstellung erfährt und als gleichwertiger Teil der Familie integriert wird. Wir helfen natürlich wo wir können und müssen, jedoch möchten wir ihm das Gefühl geben, das er auch alles was wir machen mit seinen Mitteln auch machen kann. Außerdem schenken wir ihm das Vertrauen mit zerbrechlichen Sachen und auch scharfen oder spitzen Sachen zu hantieren.


Das letzte Stückchen Wahrheit

Die Förderung der kindlichen Entwicklung ist ein längerer Prozess. Natürlich gehen bei uns hin und wieder Sachen zu Bruch. Kinder lernen auch nicht sofort nach dem ersten zerbrochenen Teller. Das dauert alles seine Zeit, jedoch sind wir mit unserem kleinen Zwerg zufrieden. Man sieht ihm mittlerweile die Vorsicht und Wertschätzung für den Porzellanteller an, wenn er ihn zum Küchentisch trägt. Und gelernt haben wir schlussendlich nicht von Montessori, sondern von der Oma, die nie auf die Idee gekommen wäre das es spezielles Geschirr für Kinder gibt.

Ich freue mich auf eure Erfahrungen zum Thema Kindergeschirr und dem Umgang damit.

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